01.01.2017

Die Kommission hat per 1. Januar 2017 ein neuer Präsident und neue Vizepräsidentin.


27.02.2014

Reaktion betreffend NEK-Bericht über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung


26.02.2014

Le refus du bricolage procréatique proposé par la Commission nationale d’éthique


Mediencommuniqué | 27.02.2014

Menschliches Leben entstehen lassen, um es dann zu zerstören?

Reaktion betreffend NEK-Bericht über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung

Die Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin (NEK) hat vor kurzem grundsätzlich Stellung bezogen zur medizinisch unterstürzten Fortpflanzung. Auf diesen Positionsbezug reagiert die Kommission für Bioethik der Schweizer Bischofskonferenz heftig. Dieses Gutachten löst Empörung aus weil es eine allumfassende Liberalisierung  befürwortet und eine zweifelhafte Vorstellung des Gesellschaftslebens und der Rolle des Staates vertritt. Die Kommission für Bioethik der Bischofskonferenz kann nicht anders als sehr kritisch Stellung nehmen zu einer Schrift, die das Zusammenleben dekonstruiert und eine dem blossen Nützlichkeitsdenken verpflichtete minimale liberale Ethik vorschlägt.

Seit vielen Jahren warnt die katholische Kirche vor der Faszination, welche die Technologie der medizinisch unterstützten Fortpflanzung ausübt, weil die In-vitro-Fertilisation (IVF) unvermeidlich dazu führt, dass Embryonen ausserhalb des menschlichen Leibes entstehen, instrumentalisiert und zerstört werden. Diese bereits im Jahre 1987 geäusserte Sorge der Kirche (Instruktion der Glaubenskongregation Donum vitae,) ist heute mehr denn je gut begründet, die aktuelle Stellungnahme der NEK bezeugt es. Die Befruchtung und Hervorbringung von Embryonen in vitro führt praktisch zwangsläufig zum Selektionieren und zur Auswahl von Embryonen durch die Präimplantationsdiagnostik (PID), welche die NEK beliebt machen möchte.

Nein zur Leihmutterschaft

Ihrer Logik konsequent treu, öffnet die NEK die Türen weit für die sehr umstrittene Leihmutterschaft. Mit dieser Offenheit illustriert sie die vermeidliche Tatsache, dass es in der Gesellschaft keine vorgegebenen Strukturen gibt, schon gar nicht die "traditionelle" Familienstruktur. Die Leihmutterschaft verletzt die Würde des menschlichen Embryos, der dazu verurteilt wird, sich in einem fremden Bauch zu entwickeln. Sie nimmt auch die Würde der Frau nicht ernst, die nicht nur ihren Körper verkauft, sondern auch einen wichtigen Baustein ihrer weiblichen Identität, nämlich Stätte zu sein für die erste Entwicklung menschlichen Lebens und der Bindungen, die sich unausweichlich daraus ergeben.

Kurz, wir lehnen so gut wie alle Vorschläge der NEK ab, die Ausdruck sind der liberalen individualistischen Sicht der Gesellschaft und der Illusion, Prozesse zu beherrschen, deren tiefer Sinn uns letztlich ein Geheimnis bleibt. Es ist inakzeptabel, menschliches Leben entstehen zu lassen, um es dann zu zerstören, zu gefrieren oder zur Umsetzung unserer verrücktesten Träume zu gebrauchen.

Dabei sind wir uns bewusst, dass es in der Gesellschaft Leid gibt, das mit der Möglichkeit oder Unmöglichkeit, Kinder zu bekommen, in Verbindung steht. Wir haben alle die Verantwortung, zur Linderung dieses Leidens beizutragen, aber nicht um jeden Preis.  Eine Gesellschaft, die alles zulässt, was individuelle Begehren befriedigt, ist nicht zwingend menschlicher, sondern läuft grosse Gefahr, auseinanderzubrechen und den Gemeinsinn zu verlieren.

Prof. Thierry Collaud, Präsident der Kommission für Bioethik der Schweizer Bischofskonferenz

Kommission für Bioethik

Kontakt

Arzt und Moraltheologe

thierry [dot] collaud [at] unifr [dot] ch